„Akte B. – Wenn die Möwen tiefer fliegen“

Freitag, 25.11.2022 ( 19:00 )

Eintritt frei

Kartenreservierung:
0431-12858902

während der Bürozeiten:
Mittwochs 15-17 Uhr
( oder auf AB )

per Mail:
orga@toweddern.de


Akte B. – Wenn die Möwen tiefer fliegen

Wie aus Investigativem Journalismus ein Krimi wird

„Akte B. – Wenn die Möwen tiefer fliegen“

Die besten Krimis schreibt oft das wahre Leben. Es sind die Affären und Skandale mitten unter uns, in Politik, Wirtschaft oder Kultur, und manchmal auch im Sport, die alles haben: Sex, Intrigen, kriminelle Deals, Tote. Und häufig genug von keinem Krimi-Autor und keiner Autorin besser hätten erfunden werden können. Es sind dann nicht skurile Kommissare oder Ermittlerinnen, die solche Untaten ans Licht bringen, wie wir sie aus Romanen und TV-Krimis kennen. Sondern es sind investigative Journalisten wie Manfred Ertel jahrelang einer war und manchmal auch noch ist. In fast 40 Jahren als politischer Korrespondent und investigativer Reporter beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL-Journalist hat er u. a. die Barschel-Affäre enthüllt und andere Skandale mit aufgedeckt, wie zum Beispiel die U-Boot-Affäre oder die Machenschaften der Stasi. Und deutlich gemacht, wie wichtig Investigativer Journalismus als Vierte Gewalt für Demokratie und Gesellschaft ist. Und zugleich ein eigenes Krimi-Genre mitbelebt, für das Bestseller-Autor*Innen wie Mechtild Bormann („Trümmerkind“) oder Wolfgang Schorlau mit seinem inzwischen auch durchs Fernsehen bekannten Privatermittler Dengler exemplarisch stehen.

Ertel hat seine journalistischen Recherchen sowie authentischen Erlebnisse und Erfahrungen nun zum zweiten Mal zu einem Krimi verarbeitet, diesmal zu einem fiktiven Polit-Thriller, bei dem die Spurensuche tief im Dickicht deutsch-deutscher Zeitgeschichte landet. Eine junge Hamburger Juristin erhält nach vielen Jahren Sendepause mal wieder eine Nachricht ihrer Mutter, die eigentlich aus ihrem leben verschwunden war. Es ist die Todesnachricht: Von einer Brücke gestürzt und ertrunken. Freitod oder Mord? Sie mag nicht an einen Suizid der Mutter glauben. Zusammen mit ihrer besten Freundin, einer Hamburger Oberstaatsanwältin begibt sie sich auf Spurensuche. Ihre Recherchen führen zu einem norddeutschen Ministerpräsidenten, der in den achtziger Jahren regelmäßig in der DDR aus- und einging –unter den Augen der Stasi. Die Fährte nach „drüben“ weist den Weg zu dubiosen Waffendeals und zahlreichen Sexabenteuern des Politikers. Die Mutter der jungen Hamburgerin ist nur eines davon. Die beiden Juristinnen decken Jahre nach dem Mauerfall alte Stasi-Seilschaften auf, die sich unbeschadet unter das schützende Dach des wiedervereinigten Deutschland retten konnten. Und vieles kommt Leser*innen seltsam bekannt vor.

Über das Zusammenspiel von Fakten durch investigative Recherchen und fiktiven Romaninhalten zu einem besonderen Krimi-Genre, aber auch über die Bedeutung von investigativem Journalismus für Demokratie und Gesellschaft und wie der überhaupt ganz praktisch funktioniert, erzählt und diskutiert der Autor in einem Mix aus Lesung, Vortrag und Gespräch.

Manfred Ertel, Jahrgang 1950, ist Hamburger und lebt auf St. Pauli, verheiratet mit der ehemaligen Zweiten Bürgermeisterin und Bundestagsfraktionsvorsitzenden der Grünen Krista Sager, zwei Kinder.

Fast 40 Jahre lang politischer Korrespondent und investigativer Autor beim Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL, davor Korrespondent bei dpa. Mehrere Jahre lang erst Stellvertretender und dann Aufsichtsratsvorsitzender des HSV.
Autor mehrerer Bücher:

  • „Hört die Kurve – ein ganz persönliches HSV-Lesebuch“
  • „Leben mit einer Königin – vom Alltag auf der Queen Mary 2“
  • „FoulSpieler – Fußball ist ein Mordsgeschäft“
  • ein Hamburg-Krimi „Lost & Dark Places Hamburg – 33 vergessene, verlassenen und unheimliche Orte“
  • „Akte B. – Wenn die Möwen tiefer fliegen“, Politthriller
  • Neu: „Orte des Verbrechens Hamburg – 33 wahre Fälle und die Geschichten dahinter“, voraussichtlich Oktober 2022;


Am 01.11.22 hat Manfred Ertel in einer Veranstaltung im Literaturhaus in Kiel vor etwa 40 Besucher*innen aus seinem Roman gelesen und mit den Teilnehmer*innen über sein Buch, die „Barschel-Affäre“ und die Bedeutung von investigativem Journalismus für die Demokratie gesprochen. Dabei stand die Nachbetrachtung des größten politischen Skandals in Schleswig-Holstein im Mittelpunkt.

Die Veranstaltung ist vom Offenen Kanal Kiel aufgezeichnet worden.

Am 02.11.22 hat Manfred Ertel eine Schulklasse am RBZ Königsweg besucht. In dem Gespräch mit den Schüler*innen spielten vor allem die Arbeit an seinem Kriminalroman wie seine Erfahrungen als investigativer Journalist eine Rolle.

Beide Veranstaltungen waren ein Kooperationsprojekt des Literaturhauses Schleswig-Holstein und der Heinrich-Böll-Stiftung Schleswig-Holstein; sie sind von einem Vorstandsmitglied der Böll-Stiftung moderiert worden.